Sonntag, 11 September 2016 17:26

Dr. Yahya Wardak

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Name: Yahya Wardak

Lebt in: Kabul, Afghanistan

Deutschlandaufenthalt: 1992 – 2010 in Heidelberg, Hamburg und Bonn

Forschungseinrichtung: Universität Heidelberg, Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin

Bereits im Vorfeld pflegte ich gute Kontakte in Deutschland, sodass ich mich schließlich entschied meinen Auslandsaufenthalt dort zu starten. Während meiner Zeit in Hamburg und Bonn studierte ich sowohl Public Health als auch Health Management and Tropical Medicine. Unterstützt wurde ich  hierbei von InWent.

„Das selbstständige Studieren war neu für mich“

Der größte Unterschied zwischen Deutschland und Afghanistan ist wohl die Arbeitsmoral. Das selbständige Studieren und für alles Verantwortung tragen zu müssen war neu für mich. Daraus ergeben sich einige positive Eigenschaften, die ich für mich übernommen habe. Gibt ein Deutscher dir sein Wort, so kannst du dich auf dieses auch verlassen. Dieses Verbindlichkeitsbewusstsein habe ich mir verinnerlicht.

Beruflich hat der Deutschlandaufenthalt mein Leben stark beeinflusst. Ich habe mir viel Know-How aneignen können. Darunter sowohl praktische als auch theoretische Inhalte, die mir bei meinen Tätigkeiten in meinem Heimatland von großem Nutzen waren und auch noch immer sind.

„Jetzt kann ich nicht nur einzelne Menschen behandeln, sondern für die Gesundheit der gesamten Bevölkerung etwas erreichen“

Ich habe mich umorientiert und anstelle der klinischen Medizin für Public Health entschieden. Das hat mein berufliches Leben total verändert. Jetzt kann ich nicht nur einzelne Menschen behandeln, sondern für die Gesundheit der großen Gemeinden und der gesamten Bevölkerung etwas erreichen.

Wenn ich an meinen Deutschlandaufenthalt zurückdenke, denke ich an ein hartes Studium, harte Arbeit, Pünktlichkeit und dass alles in geregelte Bahnen ist. Am Ende erhält man für diese Anstrengungen einen großen Ertrag.

Die Sonne und die klare Trennung der einzelnen Jahreszeiten haben mir in Deutschland gefehlt. Der lange Winter und die Dunkelheit während des Herbstes haben mir nicht gefallen.

„Noch heute habe ich sowohl privat als auch beruflich Kontakt nach Deutschland“

Ich arbeite mit meinen Freunden und Kollegen gemeinsam an einigen Projekten. Aber auch zu vielen der Alumni in Kabul stehe ich in Verbindung.

Aktuell arbeite ich als Verwaltungsfachkraft (CIM-Experte) im Hochschulministerium in Kabul. Im Rahmen meiner Tätigkeit habe ich 137 neue medizinische Lehrbücher publiziert. Die Gelder kommen von der DAAD und der Kinderhilfe-Afghanistan. Des Weiteren habe ich ein Konzept zur nachhaltigen Gesundheitsversorgung entwickelt und auch die erste interdisziplinäre Tagesklinik aufgebaut, die kurz vor der Eröffnung steht. Ich plane ein nationales Lehrbuchprogramm (Afghan National Textbook Programm) für alle Fächer zu entwickeln. Zudem möchte ich weitere ähnliche Kliniken aufbauen.

Drei schlichte, aber überwältigend starke Leidenschaften haben mein Leben bestimmt: das Verlangen nach Liebe, das Streben nach Wissen und das unerträgliche Mitgefühl für das Leiden der Menschen in Afghanistan.

DR. YAHYA WARDAK ZUM ALUMNIPORTAL DEUTSCHLAND

Das Alumniportal bietet mir die Möglichkeit Jobs und Weiterbildungen zu finden. Darüber hinaus kann man Kontakte pflegen und das eigene soziale Netzwerk verstärken. Bisher nutze ich dieses Angebot noch recht wenig, möchte dies in Zukunft aber in jedem Fall ändern.

Außerdem möchte ich künftig ein Alumni Netzwerk Afghanistan (ANA) aufbauen. Das Netzwerk  dient dazu, die Verbindungen zwischen den ehemaligen Studenten untereinander und mit der Alma Mater herzustellen bzw. zu vertiefen sowie eine Bindung mit Deutschland aufrecht zu erhalten.

Durch dieses Netzwerk wird sowohl persönlicher als auch beruflicher und wissenschaftlicher Austausch stattfinden können. Dieses Netzwerk soll offen sein für alle die in Deutschland studiert bzw. länger als zwei Jahre in ihren Beruf gearbeitet haben. Es ist an der Zeit ein Alumni-Netzwerk aufzubauen, damit eine Vernetzung dieser Experten stattfinden kann.

 

Durch den Aufbau eines Forums im Internet und die Organisation von alljährlichen Treffen kann dieses Netzwerk gefestigt und die vorhandenen Potentiale gebündelt werden.

Gelesen 3099 mal Letzte Änderung am Sonntag, 11 September 2016 17:40
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